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Die alte Kunsttradition der Versilia ist eng mit den Wurzeln des Territoriums verbunden, und die darstellende Kunst hat auch eine sprachliche Einheit, die der Materie den besten Ausdruck zu verleihen mochte, geschaffen.
Hat der Metallabbau auf der einen Seite seit der Vorgeschichte mit seiner kontinuierlichen Entwicklung forgiato in der Versilia grossartige Bildhauer angezogen, wie z.B. Igor Mitoraj, Jean Michel Folon und Fernando Botero, so ist die Marmorverarbeitung auf der anderen Seite durch verschiedene wirtschaftliche Faktoren einem wechselhaften Schicksal unterlegen.
Die Marmorkultur, die im Gebiet schon durch örtliche Künstler stark verwurzelt war, entwickelte sich ab dem 16.Jhdt., dank Leone X mit der Rückgabe Pietrasantas an die florentiner Macht, sehr stark weiter und die daher rührende wirtschaftliche Entwicklung hat in weiterer Folge Persönlichkeiten wie Michelangelo Buonarroti, Niccolo Pericoli, ein florentiner Architekt und Ingenieur, Ammanati, ein spätmanieristischer Bildhauer, der ein Schüler des Sansovino war und in Rom wirkte, und Giambologna angezogen und somit auch die Entwicklung einheimischer Künstler, wie z.B. des Bildhauers Stagio Stagi gefördert.
Die grosse Verbreitung des Marmorhandels beeinflusst ab dem 16.Jhdt. das gesamte Gebiet und bringt eine neue soziale und wirtschaftliche Entwicklung mit sich, die auch auf die Architektur einwirkt und vom fast ausschliesslich an das Christentum oder an Verteidigungszwecke gebundenen Baustil Abstand nimmt.
Während im Mittelalter die Blütezeit der Kirchbauten, ernste Hüter grandioser Bildhauerei im Bas- oder Hochrelief, und wertvoller Freskomalereien war, begann um 1500, mit dem Bau des Medici-Palastes in Seravezza, die lange Bausaison der Villen, die in den ersten zwanzig Jahren des 20.Jhdts. ihren Höhepunkt erreichte und der Versilia ein Vermögen an luxuriösen Wohnbauten mit Gärten hinterliess, die Zeugen der zunehmenden Verwandlung von den Landgütern in Adelsresidenzen sind, wie z.B. die Villa Borbone delle Pianore, dessen zentraler Teil ursprünglich eine Mühle war, oder die bekannte Villa Versiliana, die auf den Wunsch von Marianna Ginori Lisci Digerini Nuti im Jahr 1886 gebaut wurde.
Gerade in der Zeit der Zwanziger Jahre des 20.Jhdts., als die neuen Villen und andere grossartige Gebäude gebaut wurden, kam es in der Versilia zum Höhepunkt einer neuen Kunstsaison, die Literatur, Musik und Theater betraf; Liberty die Einigung dieser verschiedenen Kunstdisziplinen inspirierte so den ungewöhnlichen Stil der Magazzini Duilio 48, des Gran Cafè Margherita und der Villa Gori.
Die grosse Entwicklung der Kunst betraf aber nicht nur die darstellenden Künste und die Architektur: in der Versilia wurde auch Giosuè Carducci im Jahr 1835 geboren und Puccini, der sich in seiner Villa in Torre del Lago niedergelassen hatte, komponierte hier im Jahr 1904 seineMadam Butterfly, Thomas Mann pflegte Forte dei Marmi zu besuchen und D'Annunzio, auch ein gewöhnter Gast in diesen Orten, schrieb hier 'Alcyone'und trugen somit zum Mythos dieses Gebietes bei, den nur grosse Künstler in allen Facetten darzustellen vermögen. Die Versilia wurde also mit den Majoliken der Fabrik Chini ein künstlerischer Ort, aber gleichzeitig ein Ort der Künste mit Lorenzo Viani, dem Spät - "Macchiaiolo" Plinio Nomellini, dem Symbolist Max Klinger und dem Fotograf Mario Nunes Vais, der die Darsteller dieses neuen versiliesischen Lebensstils festhielt.
Heute erneuert sich einerseits die Kunsttradition in den kleinen Werkstätten Pietrasantas, und andererseits mit der erfolgreichen Saison der modernen darstellenden Kunst, die sich mit Interpreten wie Botero, Moore, Pomodoro und Cascella in starker Verbindung mit den materiellen Elementen dieses Territoriums, rühmen darf. Zur gleichen Zeit erlebt auch die Tradition der grossen Festivals mit dem Festival Pucciniano in Torre del Lago oder dem Festival della Versiliana einen neuen Aufschwung.
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